Archiv für den Monat: Juni 2019

Budgetplanung Hausbau

Bei der Budgetplanung des Hausbaus geht es darum, eine realistische Einschätzung der möglichen Ausgaben und wichtigen Kostenpunkte zu erhalten. Jedes Haus ist anders und die Ausstattung kann stark variieren, weswegen wir hier zur Veranschaulichung mit einem Beispiel arbeiten. Es soll als solide Grundlage für Ihre Kalkulation dienen – im konkreten Einzelfall sind natürlich Abweichungen möglich.

planung hausbau

Betrachten wir zunächst als Beispielrechnung die reinen Kosten des Hausbaus, bevor wir auf die weiteren Kostenpunkte eingehen (Beispiel einfaches Einfamilienhaus: 100m² Grundfläche, ein Stockwerk plus ein nutzbares Dachgeschoss).

Erdarbeiten: Für die Bodenplatte sind im Schnitt rund 12.000 Euro pro 100m² Bodenfläche einzuplanen.
Rohbau: Der Rohbau kann pro 100m² mit im Schnitt 25.000 Euro angesetzt werden.
Innenverputzung: In unserem Fall ist mit 15.000 Euro zu rechnen.
Zwischendecken zwischen den Stockwerken: Pro 100m² Bodenfläche werden hier ca. 10.000 Euro fällig – pro Stockwerk, welches obendrauf kommen soll.
Fassade: Weitere 10.000 Euro sind hier fällig.
Dachstuhl und Dachdämmung: 30.000 Euro kann man hier einplanen.
Fenster: Rund 10.000 Euro sind realistisch.

Wir haben also für den reinen Hausbau bisher 112.000 Euro veranschlagt. Das Gebäude ist jetzt in einem Zustand, dass es gegen äußere Witterungseinflüsse weitestgehend geschützt ist – aber bewohnbar ist es noch nicht.

Hierfür müssen wir noch einplanen:
Heizung mit Heizkörpern: 25.000 Euro
Elektrik: 8.000 Euro
Bad und WC: 9.000 Euro
Türen: 3.000 Euro
Küchen- und Badfliesen: 6.000 Euro
Treppe: 4.000 Euro
Boden- und Wandbeläge: 2.000 Euro

Dies ergibt einen Gesamtbetrag von rund 169.000 Euro. Das kleine Haus wäre damit bewohnbar, sofern die entsprechenden Möbel und Küchengeräte vorhanden wären.

Die meisten „Häuslebauer“ haben die bisher genannten Kosten sehr gut auf dem Schirm, was die Budgetplanung angeht. Hier kann auch viel durch Eigenleistung oder Preisvergleiche eingespart werden. Doch oft sind es die folgenden indirekten Kosten, welche das Budget – für viele oft überraschend – aufblähen.

Planung, Bauleitung, Notar und Statik

Man darf ein Haus nicht „einfach so“ bauen. Um den gesetzlichen und gemeinderechtlichen Anforderungen zu genügen, muss ein Architekt oder eine Baufirma (mitsamt Personal im Hintergrund) das Ganze planen und überwachen. Für unser Beispiel wären damit 30.000 Euro an Zusatzkosten realistisch.

Grundstückkosten

Muss das Grundstück noch gekauft werden, können wir hier mit 300m² Grundfläche rechnen. Der fällige Preis hierfür kann von 9.000 Euro (30 Euro pro m²) bis hin zu 208.200 Euro (694 Euro pro m²) in sehr gefragten Ballungszentren reichen. Man kann also durch die Wahl der Lage die Hauskosten deutlich verändern. In unserem Beispiel gehen wir von 170 Euro pro m² aus, also 51.000 Euro.

Erschließungskosten

Das Haus sollte natürlich auch Zugang zur Kanalisation haben: Rund 5.000 Euro sind hier fällig.

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Fazit

Unser Beispielhaus würde 255.000 Euro kosten. Rechnen wir zusätzlich 10% für unerwartete Kostensteigerungen ein, benötigen wir ein Budget von 280.500 Euro. Als letzten Punkt – gerne vergessen – können wir zusätzlich 20.000 Euro für die Hauseinrichtung (Küche, rudimentäres Wohnzimmer, Schlafzimmer etc.) veranschlagen; man möchte ja schließlich nicht in einem Rohbau wohnen.

Unsere Budgetplanung ergibt damit insgesamt einen Wert von 300.500 Euro.